- Fertige Connectoren gibt es für Shopify ab rund USD 13 pro Monat und für WooCommerce ab CHF 19 pro Monat.[1, 3]
- Sie decken Bestellung, Rechnung, Zahlung, Artikel und Lager ab und sind in wenigen Tagen eingerichtet.[1, 4]
- Eine eigene Automation lohnt sich, wenn der Betrieb eigene Regeln hat: mehrere Zahlungsanbieter, Teillieferungen, Rechnungskauf mit Limit, eigene Kontenlogik.
- bexio hat keine Webhooks. Beide Wege arbeiten deshalb mit Abfragen in Intervallen, angestossen durch Ereignisse aus dem Shop.[5, 8]
Was die Anbindung überhaupt leisten muss
Eine Bestellung im Shop und eine Buchung in bexio sind nicht dasselbe. Zwischen beiden liegen Entscheidungen: Wird der Kunde als Kontakt angelegt oder gefunden? Entsteht eine Rechnung oder ein Beleg mit sofortiger Zahlung? Welcher Mehrwertsteuersatz gilt bei Versandkosten? Was passiert bei einer Retoure, einer Teillieferung oder einer Fremdwährung?
Diese Fragen entscheiden, ob ein fertiger Connector reicht. Die bexio-Schnittstelle selbst deckt alles Nötige ab: Kontakte, Artikel, Offerten, Aufträge, Lieferscheine, Rechnungen, Zahlungen, Buchungen, Dateien und Projekte.[5] Der Unterschied zwischen den beiden Wegen liegt nicht in der Technik, sondern in der Frage, wer die Regeln festlegt.
Was ein fertiger Connector kann
Für Shopify ist die verbreitetste App gestaffelt nach Bestellmenge: rund USD 13 pro Monat bis zehn Bestellungen, rund USD 23 bis 50, rund USD 28 bis 100 und rund USD 64 bis 500 Bestellungen, jeweils mit Testphase.[1] Sie überträgt Bestellungen als Rechnungen, erfasst Zahlungen, gleicht Artikel und Bestände ab und behandelt die Mehrwertsteuer.[1, 2]
Für WooCommerce liegt eine verbreitete Schweizer Lösung bei CHF 19 pro Monat im Standard und CHF 39 pro Monat im Premium, jeweils jährlich verrechnet, mit einer Testphase von 90 Tagen pro Domain. Premium ergänzt unter anderem die erweiterte Lagerabgleichung, PDF-Anhänge per Mail und den Artikelimport.[3, 4]
Für einen Shop mit einer Zahlungsart, einem Lager und Standardartikeln ist der Connector meist die richtige Wahl. Er kostet wenig, ist schnell eingerichtet und wird weiterentwickelt.
Wo Connectoren in der Praxis anstossen
Die Grenzen zeigen sich selten am ersten Tag, sondern nach ein paar Monaten. Typische Punkte:
- Mehrere Zahlungsanbieter: Eine Auszahlung von Stripe oder PayPal enthält Umsatz, Gebühren und Rückerstattungen in einem Betrag. Wer sauber buchen will, braucht eine Sammelbuchung, nicht eine Zahlung pro Rechnung.
- Teillieferungen und Rückstände: Wenn ein Teil der Bestellung später geht, passen Lieferschein und Rechnung nicht mehr eins zu eins zur Bestellung.
- Rechnungskauf: Ob ein Kunde auf Rechnung kaufen darf, hängt von seinen offenen Posten in bexio ab. Das entscheidet sich im Shop, nicht in der Buchhaltung.
- Eigene Kontenlogik: Erlöskonten nach Sortiment, Land oder Kanal getrennt, mit eigenen Regeln für Versand und Verpackung.
- Zweite Quelle: Ein Marktplatz, ein Ladenkassensystem oder ein Lagersystem, das ebenfalls Belege erzeugt.
- Adressfelder: Shops führen Strasse und Hausnummer in einem Feld. Für den Zahlungsverkehr müssen die Angaben ab November 2026 getrennt vorliegen.[9, 11, 12]
Prüfen Sie vor dem Start, wie eine Lösung Kontakte anlegt. Wer Dubletten erzeugt, merkt es erst beim Mahnlauf oder bei der ersten Auswertung nach Kunde.
Was eine eigene Automation anders macht
Eine eigene Automation läuft auf einer Automatisierungsplattform mit fertigen Bausteinen für bexio, unter anderem für Kontakte, Artikel, Offerten, Rechnungen, Zahlungen, Projekte, Zeiten und Dateien, verbunden über OAuth 2.0.[7] Programmiert wird dabei wenig, festgelegt wird viel: welche Regel greift, was bei einer Ausnahme passiert und was protokolliert wird.
Der Ablauf sieht in der Regel so aus: Der Shop meldet die neue Bestellung per Webhook.[9] Die Automation prüft den Kunden, legt oder findet den Kontakt, erzeugt den Beleg, ordnet die Zahlung zu und hängt den Beleg an. Was nicht eindeutig ist, landet in einer Ausnahmeliste statt in einer stillen Fehlbuchung.
Der Vergleich in einer Tabelle
| Kriterium | Fertiger Connector | Eigene Automation |
|---|---|---|
| Einstieg | ab rund CHF 12 bis 40 pro Monat[1, 3] | einmalige Einrichtung, danach Plattform- und Betreuungskosten |
| Zeit bis zum Betrieb | Stunden bis Tage | zwei bis vier Wochen |
| Regeln | vorgegeben, konfigurierbar | frei, auf den Betrieb zugeschnitten |
| Mehrere Quellen | meist eine Shopplattform | Shop, Marktplatz, Kasse, Lager, Postfach |
| Zahlungsabgleich | Zahlung je Bestellung | Sammelbuchung mit Gebühren und Rückerstattungen |
| Ausnahmen | Fehlermeldung | Ausnahmeliste mit Protokoll |
| Abhängigkeit | vom Anbieter der App | vom eigenen Konto, Betreuer wechselbar |
Stand der Anbieterseiten: 18.09.2026. Preise in USD beim Shopify-Anbieter, in CHF beim WooCommerce-Anbieter.
Worauf es bei der Umstellung ankommt
Unabhängig vom Weg entscheidet die Vorbereitung darüber, wie ruhig die ersten Wochen verlaufen. Vier Punkte lohnen sich vor dem ersten produktiven Beleg:
- Kontakte zuerst: Legen Sie fest, woran ein bestehender Kunde erkannt wird, an der E-Mail-Adresse oder an einer Kundennummer. Ohne diese Regel entstehen Dubletten, die später jede Auswertung nach Kunde verfälschen.
- Startdatum wählen: Beginnen Sie am ersten Tag eines Monats oder Quartals. Dann laufen alte und neue Belege nicht im selben Zeitraum nebeneinander.
- Nummern und Konten festlegen: Klären Sie vorab, welche Belegnummern die Anbindung vergibt und auf welche Erlöskonten Versand, Verpackung und Rabatte gehen.
- Adressen prüfen: Die Anbindung schreibt Adressen in bexio. Wenn der Shop Strasse und Hausnummer zusammen liefert, muss die Aufteilung vor dem Schreiben passieren, sonst wandert die Lücke einfach weiter.[11, 14]
Planen Sie ausserdem eine Testphase mit echten Bestellungen, in der jeder Beleg einmal von Hand geprüft wird. Zwei Wochen reichen meist, um die Ausnahmen zu finden, an die vorher niemand gedacht hat.
So entscheiden Sie in zehn Minuten
- Zahlungsarten zählen: Eine Zahlungsart spricht für den Connector, drei mit Gebührenabzug eher für eine eigene Lösung.
- Belegmenge schätzen: Unter 50 Bestellungen im Monat wiegt der monatliche Preis leicht, über 300 fällt er stärker ins Gewicht.
- Sonderfälle notieren: Teillieferungen, Abos, Rechnungskauf, Fremdwährung, zweiter Verkaufskanal.
- Kontenplan ansehen: Je feiner die Erlöskonten, desto eher braucht es eigene Regeln.
- Testlauf machen: Mit dem Connector starten und nach zwei Monaten prüfen, wie viele Belege von Hand nachbearbeitet wurden.
- Entscheiden: Bleibt die Nacharbeit unter einer Stunde pro Woche, ist der Connector richtig. Darüber rechnet sich die eigene Lösung meist im ersten Jahr.
Die Frage ist nicht, welcher Weg besser ist, sondern wie viele Ausnahmen Ihr Betrieb hat. Wenige Ausnahmen: Standardlösung. Viele Ausnahmen: eigene Regeln, sonst zahlen Sie die Differenz in Handarbeit.
Häufige Fragen
Was kostet ein fertiger Connector für bexio?
Wann reicht ein Connector nicht mehr?
Meldet bexio neue Ereignisse von selbst?
Kann ich mit einem Connector starten und später wechseln?
Brauche ich für eine eigene Automation einen Entwickler?
Quellen
- Shopify App Store, bexio Connector by Helvy, Preise und Bewertungen. apps.shopify.com↑
- bexio Marketplace, Shopify Connector by Helvy. marketplace.bexio.com↑
- bexio-shop.ch, WooCommerce Bexio Automator, Preise. bexio-shop.ch↑
- bexio-shop.ch, WooCommerce Bexio Automator, Funktionen. bexio-shop.ch↑
- bexio, API-Dokumentation. docs.bexio.com↑
- bexio, API Zugänge und Anbindungen an bexio, 18.08.2026. help.bexio.com
- Make, bexio App-Dokumentation. apps.make.com↑
- Rollout, bexio API Essential Guide. rollout.com↑
- Shopify, Webhooks, Entwicklerdokumentation. shopify.dev↑
- Shopify, MailingAddress, Admin GraphQL API. shopify.dev
- bexio, Strukturierte Adressen in bexio, 09.09.2026. help.bexio.com↑
- SIX, Swiss Payment Standards 2025, Business Rules, Version 3.2 (PDF). six-group.com↑
- bexio-shop.ch, Inbetriebnahme. bexio-shop.ch
- bexio-shop.ch, Automatische Aufteilung der Adressfelder für bexio. helpcenter.bexio-shop.ch↑
Stand: September 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Preise, Gesetze und Produktfunktionen ändern sich; massgebend ist der aktuelle Stand der verlinkten Quellen.
