Maximale Intelligenz. Vollständig automatisiert. KI-Systeme von core.iq

Systeme in Betrieb
Ratgeber · Buchhaltung

Mahnlauf automatisieren:Fristen, Verzugszins und Ausnahmen.

Wer erst nach 60 Tagen mahnt, wartet doppelt so lange auf sein Geld wie nötig. Das Gesetz ist dabei erstaunlich klar: Verzug beginnt mit der Mahnung oder mit dem vereinbarten Verfalltag, und der Verzugszins beträgt fünf Prozent im Jahr. Dieser Beitrag zeigt die Fristen, die Stufen und die Stellen, an denen eine Automation den Unterschied macht.

Stand: September 2026Lesezeit 6 Min.15 Quellen
Kalender mit roten Markierungen auf mehreren Tagen
Foto: Towfiqu barbhuiya / Unsplash
Kurz gesagt
  • Verzug beginnt mit der Mahnung. Ist ein Verfalltag vereinbart, beginnt er ohne Mahnung mit Ablauf dieses Tages.[1]
  • Der Verzugszins beträgt fünf Prozent im Jahr, auch wenn vertraglich weniger vereinbart ist.[2]
  • Mahngebühren sind nur geschuldet, wenn sie vertraglich vereinbart sind. Der Zins dagegen gilt von Gesetzes wegen.[10]
  • bexio kann Zahlungserinnerungen inzwischen selbst automatisch verschicken. Eine eigene Automation ergänzt das um Ausnahmen, Regeln und die Übergabe.[11]

Was das Gesetz vorgibt

Der Ausgangspunkt steht in Art. 102 OR: Ist eine Verbindlichkeit fällig, wird der Schuldner durch die Mahnung des Gläubigers in Verzug gesetzt. Wurde für die Erfüllung ein bestimmter Verfalltag verabredet, kommt er schon mit Ablauf dieses Tages in Verzug.[1] Für den Alltag heisst das: Wer auf der Rechnung ein konkretes Zahlungsdatum nennt, braucht für den Verzug keine zusätzliche Mahnung.

Art. 104 OR regelt den Preis des Wartens. Bei Verzug mit einer Geldschuld sind Verzugszinsen von fünf Prozent im Jahr geschuldet, selbst wenn die vertragsmässigen Zinsen weniger betragen. Höhere vertraglich vereinbarte Zinsen können auch während des Verzugs verlangt werden, und unter Kaufleuten darf der höhere übliche Bankdiskonto am Zahlungsort angewendet werden, wenn er über fünf Prozent liegt.[2] Entsteht ein grösserer Schaden als der Zins deckt, ist auch dieser zu ersetzen, sofern den Schuldner ein Verschulden trifft.[3, 4]

5 %Verzugszins pro Jahr nach Art. 104 OR
20 TageFrist im Zahlungsbefehl zur Zahlung (Art. 69 SchKG)
10 TageFrist für den Rechtsvorschlag nach Zustellung (Art. 74 SchKG)
Wichtig

Mahngebühren von CHF 10 bis 30 sind verbreitet, aber nur geschuldet, wenn sie vertraglich vereinbart sind, zum Beispiel in den AGB.[10] Wer sie einfach auf die Mahnung schreibt, hat keinen Anspruch darauf. Der Verzugszins dagegen braucht keine Vereinbarung.

Drei Stufen, die in der Praxis funktionieren

Mehr Stufen bedeuten nicht mehr Zahlungen, sondern nur mehr Arbeit. Drei reichen, wenn sie zuverlässig kommen:

StufeZeitpunktInhalt
Zahlungserinnerung3 bis 7 Tage nach Fälligkeitfreundlich, ohne Gebühr, mit neuer Zahlungsfrist von 10 Tagen
1. Mahnung10 bis 14 Tage späterHinweis auf Verzug und Zins nach Art. 104 OR, Frist von 10 Tagen[2]
2. Mahnung10 bis 14 Tage späterletzte Frist, Ankündigung der Betreibung, Übergabe an eine Person im Team

Richtwerte aus der Praxis. Die Fristen sind frei wählbar, entscheidend ist, dass sie eingehalten werden.

Danach folgt die Betreibung. Das Betreibungsamt erlässt den Zahlungsbefehl mit der Aufforderung, binnen 20 Tagen zu zahlen.[6] Der Schuldner kann innert zehn Tagen nach Zustellung Rechtsvorschlag erheben.[7] Wurde die Betreibung nicht durch Rechtsvorschlag gestoppt, kann der Gläubiger frühestens 20 Tage nach Zustellung das Fortsetzungsbegehren stellen.[8] Die Betreibungskosten trägt der Schuldner, vorschiessen muss sie der Gläubiger.[5]

Was eine Betreibung kostet

Die Gebühr für den Zahlungsbefehl hängt vom Forderungsbetrag ab.[9]

ForderungGebühr Zahlungsbefehl
bis CHF 100CHF 7
über CHF 100 bis 500CHF 20
über CHF 500 bis 1000CHF 40
über CHF 1000 bis 10 000CHF 60
über CHF 10 000 bis 100 000CHF 90

Gebühren nach Art. 16 GebV SchKG, zuzüglich Posttaxen. Stand der Quelle: 18.09.2026.

Was daraus folgt

Bei einer Rechnung über CHF 400 kostet der Zahlungsbefehl CHF 20, der Verzugszins bringt bei drei Monaten rund CHF 5. Der Wert des Mahnlaufs liegt also nicht im Zins, sondern darin, dass Geld überhaupt und früher eingeht.

Was bexio selbst kann

bexio bietet seit Sommer 2026 einen automatischen Mahnprozess. In den Einstellungen unter Mahnstufen lässt sich je Stufe festlegen, ob die Erinnerung vor oder nach dem Fälligkeitsdatum ausgelöst wird und wie viele Tage der Kunde für diese Stufe Zeit hat. Der Versand erfolgt per E-Mail über Vorlagen.[11, 12] Daneben bleibt der manuelle Weg über den Mahnlauf bestehen, der Sammelmahnungen erzeugt.[13]

Wichtig

bexio weist darauf hin, dass bei aktiver Automatisierung keine manuellen Mahnungen parallel ausgelöst werden sollten. Sonst entstehen Duplikate und Kunden erhalten mehrere Erinnerungen.[11]

Was eine eigene Automation ergänzt

Der eingebaute Ablauf deckt den Normalfall ab. Eine eigene Automation setzt dort an, wo Regeln über den Versand hinausgehen. Die bexio-Schnittstelle liefert dafür offene Posten, Rechnungen, Zahlungen, Kontakte und Dateien.[14, 15]

  • Ausnahmeliste: Kunden, mit denen gerade eine Ratenzahlung oder eine Reklamation läuft, werden übersprungen, ohne dass jemand die Automatisierung ausschaltet.
  • Schwellen: Kleinbeträge unter einer festgelegten Grenze gehen nicht in die Betreibung, sondern werden gesammelt oder abgeschrieben.
  • Zweiter Kanal: Nach der zweiten Mahnung eine Aufgabe für den Innendienst oder eine kurze Nachricht statt nur einer weiteren E-Mail.
  • Protokoll: Jeder Versand mit Zeitpunkt, Empfänger und Stufe, damit im Streitfall nachvollziehbar ist, was wann rausging.
  • Übergabe: Bei Erreichen der letzten Stufe entsteht automatisch das Dossier für die Betreibung oder das Inkasso.
  • Sperre im Shop: Wer über der Schwelle offener Posten liegt, sieht den Rechnungskauf beim nächsten Einkauf nicht mehr.

Der grösste Gewinn liegt dabei weniger in der Technik als in der Gleichmässigkeit. Ein Mahnlauf, der jeden Dienstagmorgen ohne Nachfrage läuft, holt Zahlungen früher herein als einer, der nur dann stattfindet, wenn jemand Zeit hat. Messbar wird das an zwei Zahlen: an der durchschnittlichen Zeit zwischen Rechnungsdatum und Zahlungseingang und am Anteil der Rechnungen, die über die zweite Stufe hinaus offen bleiben. Beide lassen sich aus den offenen Posten in bexio ohne Zusatzaufwand berechnen und monatlich per E-Mail verschicken.[14]

So führen Sie den Mahnlauf ein

  1. Zahlungsfrist auf die Rechnung schreiben: Ein konkretes Datum setzt den Verzug ohne zusätzliche Mahnung in Gang.[1]
  2. AGB prüfen: Ohne vertragliche Grundlage keine Mahngebühren.[10]
  3. Stufen und Fristen festlegen: Drei Stufen, klare Abstände, eine Person als Eskalationsstelle.
  4. Ausnahmen definieren: Ratenzahlung, Reklamation, Grosskunden mit eigener Vereinbarung.
  5. Automatik einschalten: Entweder in bexio oder über eine Automation, aber nicht beides parallel.[11]
  6. Nach vier Wochen messen: Wie viele Rechnungen sind noch offen, und wie hat sich die durchschnittliche Zahlungsdauer verändert?
Das Prinzip dahinter

Ein Mahnlauf wirkt nicht durch Schärfe, sondern durch Verlässlichkeit. Wer immer nach demselben Muster erinnert, wird früher bezahlt, ohne dass die Kundenbeziehung leidet.

Häufige Fragen

Ab wann ist eine Rechnung im Verzug?
Ist die Forderung fällig, tritt Verzug mit der Mahnung des Gläubigers ein. Wurde ein bestimmter Verfalltag vereinbart, beginnt der Verzug schon mit Ablauf dieses Tages, ohne Mahnung.
Wie hoch ist der Verzugszins in der Schweiz?
Fünf Prozent im Jahr, auch wenn vertraglich ein tieferer Zins gilt. Ein vertraglich vereinbarter höherer Zins kann während des Verzugs weiter verlangt werden, und unter Kaufleuten ist ein höherer Satz möglich, wenn der übliche Bankdiskonto am Zahlungsort über fünf Prozent liegt.
Darf ich Mahngebühren verlangen?
Nur wenn dafür eine vertragliche Grundlage besteht, etwa in den AGB oder in einer ausdrücklichen Vereinbarung. Ohne diese Grundlage sind Mahngebühren nicht geschuldet. Der Verzugszins dagegen gilt von Gesetzes wegen.
Wie viele Mahnstufen sind sinnvoll?
In der Praxis drei: eine freundliche Zahlungserinnerung, eine erste Mahnung mit Zins und eine zweite Mahnung mit Ankündigung der Betreibung. Entscheidend sind weniger die Stufen als die Regelmässigkeit.
Was kostet eine Betreibung?
Die Gebühr für den Zahlungsbefehl richtet sich nach dem Forderungsbetrag, zum Beispiel CHF 40 bei Forderungen bis CHF 1000 und CHF 60 bei Forderungen bis CHF 10 000. Die Kosten trägt am Ende der Schuldner, vorschiessen muss sie der Gläubiger.

Quellen

  1. Obligationenrecht, Art. 102 OR, Verzug durch Mahnung und Verfalltag (SR 220). fedlex.admin.ch
  2. Obligationenrecht, Art. 104 OR, Verzugszins von fünf Prozent (SR 220). fedlex.admin.ch
  3. Obligationenrecht, Art. 106 OR, weiterer Schaden (SR 220). fedlex.admin.ch
  4. Obligationenrecht, Art. 103 OR, Haftung bei Verzug (SR 220). fedlex.admin.ch
  5. SchKG, Art. 68, Betreibungskosten (SR 281.1). fedlex.admin.ch
  6. SchKG, Art. 69, Zahlungsbefehl und Frist von 20 Tagen (SR 281.1). fedlex.admin.ch
  7. SchKG, Art. 74, Rechtsvorschlag innert zehn Tagen (SR 281.1). fedlex.admin.ch
  8. SchKG, Art. 88, Fortsetzungsbegehren frühestens nach 20 Tagen (SR 281.1). fedlex.admin.ch
  9. Schuldeninfo, Stichwort Betreibungskosten, Gebühren nach Art. 16 GebV SchKG (PDF). schuldeninfo.ch
  10. Beobachter, Wann Sie Mahngebühren wirklich zahlen müssen. beobachter.ch
  11. bexio, Mahnungen automatisieren, 27.08.2026. help.bexio.com
  12. bexio, Mahnstufen bearbeiten. help.bexio.com
  13. bexio, Mahnungen über den Mahnlauf erstellen. help.bexio.com
  14. bexio, API-Dokumentation. docs.bexio.com
  15. Make, bexio App-Dokumentation. apps.make.com

Stand: September 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Preise, Gesetze und Produktfunktionen ändern sich; massgebend ist der aktuelle Stand der verlinkten Quellen.

Erstgespräch

Ein Gespräch,
dann ein Vorschlag.

Erzählen Sie uns, welche Aufgaben heute Zeit kosten. Wir zeigen Ihnen, welche davon ein System übernehmen kann und wie schnell das umsetzbar ist.

Einschätzung zu Ihrem Ablauf
Konkrete Ansatzpunkte für Ihren Betrieb
Einordnung, ob sich das rechnet
Gespräch vereinbaren